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Die AWO SH zum 1. Mai: Solidarität in der Krise stärken und Zusammenhalt fördern.

30.04.2021

 

 

 

Corona-Pandemie darf Ungleichheiten nicht verschärfen — Systemrelevanz muss auch finanziell anerkannt werden

 


 

Kiel, 30. April 2021. Der morgige 1. Mai ist als Tag der Arbeit fest verankert in unserer Ideengeschichte und historisch erwachsen aus der weltweiten Arbeiterbewegung. Anlässlich des diesjährigen Feiertags ruft die AWO Schleswig-Holstein zur Solidarität in der Krise auf und fordert eine bessere und umfassende Unterstützung für die in der Krise Benachteiligten, eine Stärkung der sozialen Systeme und eine Anerkennung ihrer Systemrelevanz. „Über 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt haben uns gelehrt: in Krisen muss das Miteinander gefördert werden. Für die Zeit danach brauchen wir Mut, Zusammenhalt und Zuversicht und eine starke Solidarität untereinander. Die Corona-Krise hat einmal mehr gezeigt, dass es die gefestigten Sozialstaatsstrukturen sind, die in solchen Zeiten helfen, eine Krise abzufedern und Menschen dort zu unterstützen, wo Hilfen dringend benötigt werden. Soziale Arbeit ist zutiefst systemrelevant. Die Verantwortung, die die Menschen in sozialen Berufen krisenunabhängig tragen, steht in keinem Verhältnis zu den Löhnen und der Anerkennung, die ihnen zuteilwerden“, sagt der AWO Landesvorsitzende Wolfgang Baasch.

 

Trotz drohender Finanzprobleme: Lokale Hilfsangebote sicherstellen

Aus Sicht der AWO Schleswig-Holstein sind es das Ehrenamt, die Vereine, Organisationen, Verbände und Bürgerinitiativen, die den Kitt unserer Gesellschaft bilden. „Die Corona-Krise muss genutzt werden, um Gemeinschaft zu stabilisieren.  Auch in den Strukturen des Sozialstaats gibt es Mängel, die abgestellt werden müssen. Viel zu oft wird durch die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit die Hilfe zeitlich beschränkt, obwohl es gerade die Sicherheit der Kontinuität im Sozialraum braucht“, sagt Baasch weiter.

 

Die AWO fordert die Strukturen des Sozialstaats auf die Zukunft auszurichten und sich an diesem 1. Mai zu vergegenwärtigen, welche Arbeitskräfte das Rückgrat der Gesellschaft sind: „Ein Wegbrechen von Aufgaben und Einrichtungen der Sozial-, Kinder-, Jugend- und Familienarbeit im kommunalen Raum wäre für viele hilfebedürftige Menschen fatal und muss, trotz möglicher drohender Finanzprobleme der Kommunen, verhindert werden“, betont der Vorstandsvorsitzende der AWO Schleswig-Holstein Michael Selck.

 

Löhne müssen Anerkennung widerspiegeln

Zusätzlich will die AWO an diesem 1. Mai daran erinnern, dass die Verantwortung, die die Menschen in sozialen Berufen krisenunabhängig tragen in keinem Verhältnis zu den Löhnen und der Anerkennung steht, die ihnen zuteilwerden. „Deswegen fordern wir als AWO: Die Anerkennung muss sich auch finanziell für die Kolleg*innen in den sozialen Berufen widerspiegeln. Aus diesem Grund kämpfen wir für angemessene und verbindliche Tarife unter anderem in der Jugendhilfe und der Pflege. Dieser 1. Mai 2020 in der Corona-Krise muss denen gelten, die derzeit für uns alles geben. Dafür streiten wir als Arbeiterwohlfahrt“, erklärt Michael Selck.

 

 

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